Raucherentwöhnung

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Wer versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, stellt recht schnell fest, dass der Körper mit Entzugserscheinungen reagiert. Das liegt zum einen an der rituellen Gewöhnung, zum anderen aber an den biochemischen Prozessen, die das Nikotin im Körper von Rauchern auslöst. Nikotin ist ein Suchtmittel und Wirkstoff, der über die Lunge innerhalb kürzester Zeit in die Blutbahn und von dort ins Gehirn gelangt. Dort stimuliert Nikotin die Freisetzung des Neurotransmitters Dopamin . Dopamin wird auch „Glückshormon“ genannt, weil es im Gehirn unser Belohnungszentrum aktiviert. Eine Zigarette löst also beim Raucher Glücksgefühle aus. Fehlt die gewohnte Nikotinmenge plötzlich, sinkt der Dopamin-Spiegel. Es treten Symptome auf, die nur mit großer Willensanstrengung zu ertragen sind: es kommt zum sogenannten „ Craving “ – dem schier unstillbaren Verlangen nach Zigaretten sowie Stimmungsschwankungen, Aggressionen, Kreislaufbeschwerden und Verdauungsstörungen. Die meisten dieser Symptome bei der Raucherentwöhnung dauern allerdings nicht länger als einen Monat an. Dass das Verlangen nach Zigaretten meist wesentlich hartnäckiger bestehen bleibt, zeigt, dass der Suchtcharakter des Rauchens keine rein biochemische Angelegenheit ist.

Folgen des Rauchens

Trotz der eher kurzen Phase des körperlichen Entzugs schaffen es beim ersten Versuch nicht einmal 10% mit dem Rauchen aufzuhören. Das zeigt, wie stark das Suchtpotential von Tabak und Nikotin aber auch dem Rauchen als rituelle Handlung ist.

Ca. 30% der Deutschen rauchen, obwohl die gesundheitlichen Folgen des Rauchens gravierend sind. Rauchen kann diverse Sorten von Krebs verursachen, erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle drastisch und ist auslösender Faktor für zahlreiche andere Erkrankungen wie Potenzprobleme und Raucherbeine. Laut WHO sterben jährlich sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. In einer Zigarette stecken über 4000 Inhaltsstoffe, 250 davon sind nachgewiesenermaßen toxisch wie Arsen, Teer und Blei. Eine Raucherentwöhnung ist daher der erste Schritt zu einem längeren und gesünderen Leben – bis sich der Körper allerdings vollkommen von den Folgen des Rauchens erhöht hat, dauert es bis zu fünfzehn Jahre. Erst dann ist z.B. das Herzinfarktrisiko wieder genauso hoch bzw. niedrig wie bei einem Nichtraucher.

Methoden zur Raucherentwöhnung

Nur etwa 40% der deutschen Raucher versuchen im Laufe ihrer Raucherkarriere mit dem Rauchen aufzuhören. Mal sind Schwangerschaft , mal eine schwere Erkrankung Ursache für den Wunsch, rauchfrei zu leben. Dabei empfehlen die meisten Ärzte eine Kombination aus Medikamenten und Verhaltenstherapie , da durch eine Einnahme von Nikotin-Ersatzstoffen die Erfolgsquote deutlich ansteigt. Entscheidender Erfolgsfaktor ist bei allen Rauchern jedoch die eigene Motivation und der feste Wille. Nur, wer es schafft, auch nach dem Abklingen der körperlichen Entzugserscheinungen psychisch langfristig den Versuchungen zu widerstehen, schafft die ersten sechs Monate.

Es gibt viele verschiedene Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören. Am erfolgreichsten ist dabei eine Kombination aus Medikation mit Nikotinersatzstoffen und psychologischer Beratung. Nikotinpflaster, Kaugummis oder Sprays enthalten ebenfalls Nikotin, allerdings in geringerer Dosierung und lindern die ersten Entzugserscheinungen. Diese Mittel sind rezeptfrei. Andere Medikamente wie Vareniclin und Bupropion sind verschreibungspflichtig und haben einige unerwünschte Nebenwirkungen.

Als begleitende Therapie bei der Raucherentwöhnung ist eine Verhaltenstherapie sehr erfolgsversprechend, da hier die Situationen analysiert werden, in denen der Raucher zur Zigarette greift und parallel neue Verhaltensstrategien aufgebaut werden, die stattdessen zum Einsatz kommen können (z.B. Sport und andere Ablenkungsstrategien).

Als sinnvoll hat sich die sogenannte „ Schlusspunkt-Methode “ erwiesen, bei der der Raucher einen ersten Stopp-Tag definiert und ab diesen Moment komplett auf Zigaretten verzichtet. Weniger erfolgreich sind die langsame Reduktionsmethode (langsames Reduzieren der täglich konsumierten Zigaretten) oder Aversionstherapie (kurzfristiges Rauchen einer bestimmten Menge von Zigaretten bis einem übel wird).

Nicht wissenschaftlich belegt in ihrer Wirkung sind außerdem die Hypnose oder Akupunktur als Methode der Raucherentwöhnung.

Die Inhalte dieses Artikels wurden von medizinischen Laien verfasst und dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Vorabinformation. Sie stellen keine Beratung oder Empfehlung bezüglich Medikamente, Diagnose- oder Therapieverfahren dar. GoYellow und die Verfasser übernehmen keine Gewähr für deren Vollständigkeit und wissenschaftliche Korrektheit bzw. Genauigkeit und Aktualität. Sie sind nicht dazu geeignet und bestimmt, die professionelle persönliche Diagnose, Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker zu ersetzen. Bitte verwenden Sie die Inhalte auf keinen Fall zur Eigendiagnose bzw. Eigenmedikation. Suchen Sie bei Beschwerden oder Symptomen immer unverzüglich einen Arzt auf!
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