Psychotherapeut

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestmail

Ein Psychotherapeut darf – im Unterschied zu einem Psychologen – psychische Erkrankungen nicht nur diagnostizieren, sondern auch behandeln. Voraussetzung für eine Tätigkeit als Psychotherapeut sind entweder ein Studium der Psychologie oder eine Approbation als Facharzt. Demnach unterscheidet man zwischen Psychologischen Psychotherapeuten und ärztlichen Psychotherapeuten – je nachdem, ob ein Psychologiestudium oder Medizinstudium zugrunde liegt.

Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten

Nach dem Studienabschluss müssen Diplom-Psychologen eine mindestens 3-jährige Ausbildung zum Psychotherapeuten durchlaufen, bevor sie selbst psychische Erkrankungen behandeln dürfen. Diese Ausbildung umfasst sowohl 120 Stunden Selbsterfahrung in Form einer Psychoanalyse oder Psychotherapie als auch eine langwierige theoretische und praktische Weiterbildung.

Ärzte müssen sich, um psychotherapeutisch wirken zu dürfen, für eine Facharztausbildung entscheiden, die nochmals mindestens fünf Jahre dauert. Ärztliche Psychotherapeuten, z.B. ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dürfen im Gegensatz zum Psychologischen Psychotherapeuten auch medikamentös behandeln , Krankschreibungen ausstellen und den Patienten in eine stationäre Einrichtung einweisen.

Psychotherapieverfahren

Im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung entscheiden sich die meisten Therapeuten für eine der drei anerkannten psychotherapeutischen Behandlungsmethoden:

Die Psychoanalyse

Die Verhaltenstherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Verfahren zum Teil deutlich voneinander. Das erschwert es dem Patienten, der in der Regel vor seiner Erkrankung von diesen Lehren keine Ahnung hat, die passende Therapieform zu finden.

Die Psychoanalyse

Eine Psychoanalyse erstreckt sich meist über mehrere Jahre und findet in Einzelsitzungen statt. Die Therapiestunden finden mehrmals wöchentlich statt. Bei der Analyse liegt der Patient – wie schon bei deren Begründer Sigmund Freud – auf einer Couch, während der Psychoanalytiker quasi unsichtbar hinter dem Patienten sitzt. Während der Therapiesitzungen soll der Patient dann einfach frei erzählen, was ihm durch den Kopf geht, was er erlebt hat, geträumt hat, woran er sich erinnert, wie er sich fühlt. Dabei stellt der Analytiker Fragen, versucht wiederkehrende Konflikte aufzudecken und dem Patienten nach und nach bestimmte Verhaltensmuster deutlich zu machen, die ursächlich für sein Problem sind. Im Gegensatz zur Verhaltenstherapie liegt der Psychoanalyse der Gedanke zugrunde, dass der Patient sein Problem erst lösen kann, wenn er es verstanden hat.

Die Verhaltenstherapie

Eine Verhaltenstherapie ist meist wesentlich kürzer als eine Analyse und kann, anders als die Analyse, auch als Gruppentherapie stattfinden. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Konfliktverhalten und Probleme erlernt wurden und damit auch wieder neu eingeübt und verlernt werden können. Anstatt die Ursache der Probleme zu analysieren, konzentriert sich die Verhaltenstherapie auf Techniken, mit denen der Patient andere Optionen und Handlungsanweisungen zu seinem klassischen Problemverhalten erhält. Zu diesen Techniken zählen z.B. das Biofeedback bei Stress und Burnout oder die Konfrontationstherapie , die gerade bei Phobien und Angststörungen sehr erfolgreich eingesetzt wird.

Wie finde ich den richtigen Therapeuten?

Die Suche nach der richtigen Psychotherapiepraxis ist dabei für den Patienten oft kompliziert und langwierig. Oft wartet man mehrere Monate auf das Erstgespräch und die erste Therapiestunde, da die gesetzlichen Krankenkassen die Anzahl an Psychotherapiepraxen aufgrund einer Bedarfsplanung streng limitieren. Daher bleibt für viele psychisch schwer Kranke oft nur der Weg in eine stationäre oder ambulante Einrichtung, um die Wartezeit zu überbrücken. Ist der Psychotherapeut dann endlich gefunden, beginnt eine Testphase, in der Patient und Therapeut feststellen sollen, ob sie gut miteinander harmonieren, was immer wieder zu Therapieabbrüchen und der Suche nach einem neuen Therapeuten führen kann.

Übernahme durch die Krankenkassen

Die meiste Psychotherapeuten haben eine eigene Psychotherapiepraxis und auch eine Kassenkassenzulassung . Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen in der Regel eine Psychotherapie, sofern sie einer der drei zugelassenen Therapieverfahren zuzuordnen ist.

Die Inhalte dieses Artikels wurden von medizinischen Laien verfasst und dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Vorabinformation. Sie stellen keine Beratung oder Empfehlung bezüglich Medikamente, Diagnose- oder Therapieverfahren dar. GoYellow und die Verfasser übernehmen keine Gewähr für deren Vollständigkeit und wissenschaftliche Korrektheit bzw. Genauigkeit und Aktualität. Sie sind nicht dazu geeignet und bestimmt, die professionelle persönliche Diagnose, Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker zu ersetzen. Bitte verwenden Sie die Inhalte auf keinen Fall zur Eigendiagnose bzw. Eigenmedikation. Suchen Sie bei Beschwerden oder Symptomen immer unverzüglich einen Arzt auf!
Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.