Kinderpsychologe

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Hinter der Suche nach einem Kinderpsychologen verbirgt sich eigentlich die Suche nach einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten (KJP) oder Kinderpsychiater. Im Volksmund wird jedoch häufig der Begriff „Kinderpsychologe“ verwendet. Die Berufsbezeichnung „Kinderpsychologe“ gibt es aber eigentlich gar nicht. Gemeint ist ein psychologischer Psychotherapeut oder ärztlicher Psychiater, der sich auf die Behandlung von Kindern und kindlichen Krankheiten wie z.B. ADHS , Anorexie und andere Essstörungen , Autismus und posttraumatische Belastungsstörungen z.B. nach sexuellem Missbrauch oder Tod der Eltern spezialisiert hat.

Kinderpsychologie als wissenschaftliches Forschungsgebiet

Die Kinderpsychologie selbst ist ein Forschungsgebiet der psychologischen Wissenschaft. Sie erkundet und beschreibt dabei vor allem die seelisch prägenden Erlebnisse Heranwachsender , die Beziehung von Kindern zu ihren Eltern und ihrem sozialen Umfeld, die Vorgänge in der Pubertät, die seelischen Folgen von Scheidung der Eltern, die Entwicklung des Bewusstseins – kurz: das frühkindliche Fundament, das später die Identität und Psyche eines Individuums ausmacht. Dabei ist das Forschungsgebiet der Kinderpsychologie, das sich mit spezifischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen befasst, schon recht alt. Bereits zu Zeiten Freuds gab es umfangreiche Studien und Forschungen im Fachbereich der Entwicklungspsychologie – als eine Begründerin der Kinderpsychotherapie gilt Anna Freud, die Tochter Sigmund Freuds. Damit ist die Kinderpsychologie auch eine Grundlage für die therapeutischen Behandlungsmethoden der Psychoanalyse , welche grundlegend davon ausgeht, dass die meisten Konflikte im Erwachsenenalter auf prägende Erlebnisse im Kindesalter zurückgehen.

Wann sollte man einen Kinderpsychotherapeuten zu Rate ziehen?

Sei es, weil das Kind Anzeichen von Hyperaktivität zeigt und plötzlich und nicht mehr zu bändigen ist oder es sich immer mehr zurückzieht und verstummt und die Eltern den Verdacht haben, das hinter der Reaktion ein Trauma oder eine psychische Krankheit steckt – ein Kinderpsychiater oder Kinder- und Jugendpsychotherapeut (KJP) kann meist besser als die Erziehungsberechtigten herausfinden, ob es sich bei den Auffälligkeiten um ganz normale, altersgerechte Verhaltensweisen oder eine psychische Störung wie ADS oder Autismus handelt – oder ob einfach nur eine kurze Verzögerung der Entwicklung , eine Trotzphase oder ein organisches Leiden die Ursache sind. Auch bei einer plötzlichen Verschlechterung der schulischen Leistung, Rechtschreibschwächen oder Rechenschwächen kann ein KJP herausfinden, ob es sich bei diesen Symptomen um Legasthenie oder Dyskalkulie handelt – oder das Kind einfach nur ein paar Nachhilfestunden benötigt. Aufmerksam sollten Eltern ebenfalls werden, wenn Jugendliche plötzlich stark abnehmen und Essstörungen entwickeln oder beginnen, sich zu ritzen. Ein Kinderpsychotherapeut – früher auch Psychagoge genannt – wird auch zu Rate gezogen, wenn es um Fragen des Sorgerechts geht. Dabei ist es grundsätzlich immer sinnvoll, den behandelnden Kinderarzt zu konsultieren, der die Entscheidung treffen kann, ob das Kind besser an einen Kinder- und Jugendpsychiater überwiesen werden sollte (ein Facharzt, der im Zweifelsfall auch neurologische Diagnosen durchführen kann und Medikamente verordnen darf) – oder ein KJP die bessere Wahl ist, da eher eine rein psychotherapeutische Behandlung indiziert ist.

Therapie und Behandlung – was macht ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut?

Die meisten KJP behandeln multimodal – sprich: mit einer Kombination aus Gesprächstherapie in Form einer Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse , mit Medikamenten aber auch mit Musiktherapie, Kunsttherapie , Logopädie und Ergotherapie. Häufig fällt es gerade sehr jungen Kindern leichter, sich mittels Bildern oder anderer bildlicher Darstellung mitzuteilen und auszudrücken, da deren sprachliche Entwicklung und Selbstreflexion noch nicht auf dem Stand eines Erwachsenen sind.

Übernahme der Kosten durch die Kassen

Kinderpsychotherapeuten mit eigener Praxis verfügen meist auch über eine Kassenzulassung, daher werden die Behandlungskosten für eine Psychotherapie auch in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die Inhalte dieses Artikels wurden von medizinischen Laien verfasst und dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Vorabinformation. Sie stellen keine Beratung oder Empfehlung bezüglich Medikamente, Diagnose- oder Therapieverfahren dar. GoYellow und die Verfasser übernehmen keine Gewähr für deren Vollständigkeit und wissenschaftliche Korrektheit bzw. Genauigkeit und Aktualität. Sie sind nicht dazu geeignet und bestimmt, die professionelle persönliche Diagnose, Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker zu ersetzen. Bitte verwenden Sie die Inhalte auf keinen Fall zur Eigendiagnose bzw. Eigenmedikation. Suchen Sie bei Beschwerden oder Symptomen immer unverzüglich einen Arzt auf!
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