Borderline

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Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) leiden meist an einer Vielzahl von Störungen und Symptomen – daher ist der Singular-Begriff leicht irreführend. Ursprünglich wurde die Bezeichnung für Patienten verwendet, die zwischen einem klassisch neurotischen und psychotischen Krankheitsbild standen und Anzeichen beider Störungen aufwiesen. Die Borderline-Persönlichkeit weist aber meist so viele individuelle Störungen auf, dass auch in der aktuellen Wissenschaft eine klare Definition noch gefunden werden muss.

Symptome für Borderline

Konsens herrscht darüber, dass bei Borderline-Störungen die Betroffenen zu einer emotional instabilen Persönlichkeit neigen, große Schwierigkeiten beim Aufbau dauerhafter Beziehungen und Probleme mit der eigenen Identität haben. Häufig kommt es für Außenstehende zu kaum nachvollziehbaren Stimmungsschwankungen , Wutanfällen und unberechenbaren Wechseln zwischen großem Nähebedürfnis und plötzlicher Distanzierung. Andere Menschen werden meist mit großen Erwartungen und Projektionen überfrachtet und plötzlich fallen gelassen, wenn sie diese Erwartungen nicht erfüllen. Borderline-Persönlichkeiten neigen zu Selbstverletzung z.B. durch Ritzen, aber auch zu riskantem Verhalten im Straßenverkehr oder extremen Ess-, Drogen- und Alkoholexzessen.

Die Diagnose der Borderline-Persönlichkeitstörung

Meist gehen diverse andere Krankheiten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung einher (Komorbidität). Depressionen , Essstörungen oder ADHS sind die häufigsten begleitenden Krankheiten bei BPS. Für die Diagnose einer Borderline-Störung müssen in der aktuellen Forschung mindestens 5 der folgenden Symptome erfüllt sein:

starke Stimmungsschwankungen

Wutanfälle und emotionale Kontrollverluste

häufiges Gefühl innerer Leere

Neigung zur Selbstverletzung

Suizidalität

große Verlustangst und intensive Bemühungen, das Verlassenwerden zu verhindern

Identitätsverlust und dissoziative Momente (Verlust der Körperwahrnehmung, des Zeit- und Raumgefühls)

häufig wechselnde Beziehungen

Ursachen für Borderline

Die Ursachenforschung ist uneins, welche Faktoren zu diesem schweren Krankheitsbild führen. So werden genetische Ursachen ebenso in Betracht gezogen wie Kindheitstraumata und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) im Erwachsenenalter. Viele Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben in der Kindheit sexuellen Missbrauch oder schwere Misshandlungen erfahren – so dass dies wohl als die häufigste Ursache angesehen werden kann.

Therapie bei BPS

Die Therapie bei Borderline-Patienten gestaltet sich meist langwierig und schwierig, da die Betroffenen in der Regel große Probleme haben, dauerhafte Beziehungen aufzubauen, für das Gelingen einer Therapie aber das Verhältnis von Therapeut zu Patient entscheidend ist. Die Abbruchquote bei BPS liegt dementsprechend hoch. Aktuell gibt es 4 unterschiedliche psychotherapeutische Ansätze, mit denen Borderline behandelt wird.

Die dialektisch-behaviorale Therapie

Die erfolgreichste Behandlung bei BPS ist die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) . Hier wird in der ersten Phase versucht, verhaltenstherapeutisch einem Abbruch der Therapie, möglichen Selbstverletzungen und exzessivem Suchtverhalten entgegenzuwirken. Erst wenn der Patient weitestgehend stabil die Therapie bewältigen kann wird in der zweiten Phase die Ursache für die Borderline-Störung eruiert und dem möglichen Trauma des Patienten gesprächstherapeutisch und psychoanalytisch auf den Grund gegangen, um das Trauma zu bewältigen. In der dritten Phase wird dann versucht, den Patienten wieder in den Alltag einzugliedern. In Kombination mit der psychotherapeutischen Behandlung können unterstützend auch Medikamente eingesetzt werden, z.B. klassische Antidepressiva, die die Wahrscheinlichkeit eines Therapieabbruchs reduzieren sollen.

Die Inhalte dieses Artikels wurden von medizinischen Laien verfasst und dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Vorabinformation. Sie stellen keine Beratung oder Empfehlung bezüglich Medikamente, Diagnose- oder Therapieverfahren dar. GoYellow und die Verfasser übernehmen keine Gewähr für deren Vollständigkeit und wissenschaftliche Korrektheit bzw. Genauigkeit und Aktualität. Sie sind nicht dazu geeignet und bestimmt, die professionelle persönliche Diagnose, Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker zu ersetzen. Bitte verwenden Sie die Inhalte auf keinen Fall zur Eigendiagnose bzw. Eigenmedikation. Suchen Sie bei Beschwerden oder Symptomen immer unverzüglich einen Arzt auf!
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