ADHS

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Jeder kennt ihn: den Zappel-Philipp aus dem Struwwelpeter, der die Eltern in den Wahnsinn treibt, weil er einfach nicht still sitzen kann. Schon vor dem Essen fragt die Mutter sich „Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?“ Und der Vater ermahnt den Sohn zur Ruhe. „Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her.“ Was der Autor des Buches, der Arzt und Psychologe Heinrich Hoffmann, schon 1845 so treffend beschrieben hat, ist heute unter dem Begriff ADHS in aller Munde.

ADHS ist die Abkürzung für „ Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung “. Im Volksmund auch Zappel-Phillip-Syndrom genannt. Der Begriff ADS bezeichnet eine Variante dieser Störung, das sogenannte „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“. Unter ADHS versteht man eine psychische Störung, die schon im Kindesalter auftritt, während der Grundschulzeit dann meist auffällig wird, die Betroffenen aber auch im Erwachsenenalter begleitet. ADHS ist nicht heilbar. Dabei lässt sich darüber streiten, ob die Störung immer auch als Krankheit zu betrachten ist und wie schwer die Symptome sein müssen, dass eine Behandlung zwingend notwendig wird. Ein Anhaltspunkt dafür könnte der Punkt sein, an dem die Betroffenen psychisch und sozial so schwer beeinträchtig sind, dass sie z.B. unter sozialer Isolation leiden, Depressionen bekommen oder bedingt durch die Störung keinen Job oder keinen Partner finden.

Was ist ADHS?

ADHS ist eine Stoffwechselstörung im Gehirn . Durch eine geringere Konzentration des Botenstoffs Dopamin kommt es zu einer verschlechterten Übertragung von Nervensignalen zwischen den Synapsen. Dadurch können sich Betroffene z.B. schwerer konzentrieren, sind häufig unaufmerksam und leiden unter verminderter Leistungsfähigkeit.

Diagnose und Symptome von ADHS

ADHS und ADS sind relativ schwierig zu diagnostizieren, da viele Symptome der Störung auch für völlig gesunde Kinder im Grundschulalter typisch sind. Dadurch hat ADHS auch den Ruf einer Modekrankheit. Nicht jedes Kind, das etwas lebhafter und impulsiver ist, hat automatisch auch ADHS. Aktuell wird mittels psychologischer Fragebögen, Aufmerksamkeitstests und Gesprächen mit Eltern und sozialem Umfeld versucht, ein möglichst genaues Krankheitsbild zu erstellen. Aufgrund der zahlreichen Überschneidungen der Symptome von ADHS mit anderen Krankheiten ist zudem wichtig, ADHS gegenüber Autismus , Borderline , Legasthenie und Dyskalkulie abzugrenzen.

Kinder mit ADHS müssen Symptome aus allen drei der folgenden Bereiche der Krankheit aufweisen:

Impulsivität

Überaktivität

Unaufmerksamkeit

Betroffene leiden fast immer an Konzentrationsschwäche , gesteigerter Aktivität und innerer Unruhe, sind leicht reizbar, weisen motorische Störungen auf und sind oft sehr ungelenk, haben Stimmungsschwankungen, zeigen in der Schule und Ausbildung Leistungsschwächen, haben Motivationsprobleme und können sich nur schwer selbst disziplinieren und kontrollieren. Das macht solche Kinder auch für Lehrer und Mitschüler zu einer echten Herausforderung im Unterricht. Nicht immer lassen sich Kinder mit ADHS erfolgreich in den Unterricht integrieren – das führt zwangsläufig zur Isolation der Betroffenen, die in Folge meist wenig Selbstbewusstsein haben und sich schwer tun, soziale Kontakte zu knüpfen. Allerdings weisen Kinder mit ADS nicht nur negative Krankheitsmerkmale auf. Meist sind die Betroffenen zugleich überaus kreativ, sehr leicht zu begeistern und voller Ideen. Auffällig ist auch ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Bei erfolgreicher Therapie, welche die individuellen Talente fördert, können auch Kinder mit ADHS gerade in künstlerisch-kreativen oder innovativen Berufen viel erreichen.

Ursachen von ADHS

Inzwischen geht die Forschung fast einhellig davon aus, das ADHS größtenteils genetisch bedingt ist. Bestimmte Faktoren wie Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft können die Entstehung der Krankheit begünstigen, ebenso wie psychosoziale Faktoren (z.B. Trennung der Eltern, instabile Familienverhältnisse).

Therapie von ADHS

Aufgrund des komplexen Krankheitsbildes wird mittlerweile mit einer sogenannten multimodalen Therapie behandelt – sprich einer Kombination aus Medikation, Familientherapie, Verhaltenstherapie durch einen Kinderpsychologen sowie Sport und Ergotherapie zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten.

Bei der medikamentösen Therapie wird bevorzugt mit Metylphenidat behandelt, besser auch als Ritalin bekannt. Anders als irrtümlich von besorgten Eltern oft geglaubt, ist Ritalin kein Mittel, dass ihr Kind ruhigstellt und sediert, sondern ein Stimulator. Ritalin wirkt an den Synapsen und verbessert die Wirkdauer von Dopamin und damit die Konzentration. Ziel der Therapie ist es, möglichst individuell auf die Lebenssituation und Talente der einzelnen Kinder einzugehen, die Betroffenen sozial gut zu integrieren und ihnen einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Je nach Schwere der Symptome genügt manchmal eine ambulante Therapie während des Heranwachsens – oft Verbleiben ADHS-Betroffene aber auch im Erwachsenenalter noch in Therapie oder müssen sogar stationär in speziellen Einrichtungen und Wohngruppen untergebracht werden.

Die Inhalte dieses Artikels wurden von medizinischen Laien verfasst und dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Vorabinformation. Sie stellen keine Beratung oder Empfehlung bezüglich Medikamente, Diagnose- oder Therapieverfahren dar. GoYellow und die Verfasser übernehmen keine Gewähr für deren Vollständigkeit und wissenschaftliche Korrektheit bzw. Genauigkeit und Aktualität. Sie sind nicht dazu geeignet und bestimmt, die professionelle persönliche Diagnose, Beratung und Behandlung durch Ihren Arzt oder Apotheker zu ersetzen. Bitte verwenden Sie die Inhalte auf keinen Fall zur Eigendiagnose bzw. Eigenmedikation. Suchen Sie bei Beschwerden oder Symptomen immer unverzüglich einen Arzt auf!
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