Lügen haben kurze Beine, sagt das Sprichwort, so wie auch Krokodile und Dackel. Alle drei Gruppen zählen jedoch nicht zu den Vielfliegern und können ihren anatomischen Vorteil gar nicht genießen. Der Rest muß es ertragen, in Flugzeugen zusammengefaltet wie ein Campingstuhl mehrere Stunden in thrombosefördernder Position zu verharren. Einzige Ablenkung – da ähnelt das Flugzeug dem Seniorenheim – ist das Essen. Übrigens auch der Konsistenz und dem Geschmack nach. Der Ärger über das Essen vermag in der Regel jedoch nur kurz von dem größeren Ungemach abzulenken, das man sich im Flugzeug fühlt wie ein Storch in der Streichholzschachtel. Das Gefühl wird noch verstärkt durch den Eindruck, dass es einige Privilegierte gibt, die sich auf einfach deutlich besseren Plätze räkeln. Anders als der Platz auf dem man selbst für gewöhnlich zu sitzen kommt, über dem kein Stauraum für Handgepäck ist, weil dort der Notfallkoffer hockt wie ein fetter Gnom, weshalb man die nicht vorhandene Beinfreiheit auch noch mit seinem Handgepäck teilen muß, vermutlich befindet sich der Platz auch noch in Riechweite der Toilette. Wer dem in Zukunft vorbeugen möchte und bereit ist, den schon fast schnittfesten Neid der Mitreisenden zu ertragen, kann sich auf Seatguru informieren, welche Sitze im Flieger den Flug zu einer erträglicheren Angelegenheit machen. Daher Thumbs up für diese schöne Idee zur Steigerung der Lebensqualität.
© nyuszika / www.sxc.hu/photo/627564



