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Musikvideos abgeschminkt

Die 90`er, Hochzeit des Musikvideos, sind längst passé, nur noch wenige Künstler können es sich erlauben, Millionen für den Dreh von aufwändigen Clips zu verpulvern. Damals entstanden vielleicht nicht die künstlerisch besten Clips aller Zeiten, sicher aber die opulentesten und teuersten. Viele dieser Videos sind längst Legende, gerade weil sie vor Special Effects nur so schäumen. Oft ist die Nebelmaschine der eigentlich Star des Clips. Selbst bei Filmen, die eine Geschichte erzählen, hat diese nicht zwangsläufig etwas mit dem Songtext zu tun. Gerade dieser Überschuß an Bildern und Effekten, die über die eigentliche Musik hinausragen, läd zu Parodien ein. Und so hat sich auf Youtube ein eigenes Genre etabliert, bei dem Gesangstalente die Videos mit Texten unterlegen, die wesentlich besser zu den Bildern passen. So sing in Meatloafs “I would do anything for love” ein stimmgewaltiger Meatloaf-Imitator inmitten eines pompös mit Kerzenlüstern und Wachsstalakmiten ausstaffierten Schloßsaals “You can tell my electric bill`s unpaid”. Weitere Highlights dieser sogenannten “literal versions” sind “Take on me” von A-HA, Bonnie Tylers “Total Eclipse of my heart” und diese legendäre Version von “Jingle Bell Rock” des inzwischen in der Versenkung der Erinnerung verschwundenen Duos Hall & Oats aus den 1960`ern…

 

© snuesch/SarahC / www.pixelio.de


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