Lügen haben kurze Beine, sagt das Sprichwort, so wie auch Krokodile und Dackel. Alle drei Gruppen zählen jedoch nicht zu den Vielfliegern und können ihren anatomischen Vorteil gar nicht genießen. Der Rest muß es ertragen, in Flugzeugen zusammengefaltet wie ein Campingstuhl mehrere Stunden in thrombosefördernder Position zu verharren. Einzige Ablenkung – da ähnelt das Flugzeug dem Seniorenheim – ist das Essen. Übrigens auch der Konsistenz und dem Geschmack nach. Der Ärger über das Essen vermag in der Regel jedoch nur kurz von dem größeren Ungemach abzulenken, das man sich im Flugzeug fühlt wie ein Storch in der Streichholzschachtel. Das Gefühl wird noch verstärkt durch den Eindruck, dass es einige Privilegierte gibt, die sich auf einfach deutlich besseren Plätze räkeln. Anders als der Platz auf dem man selbst für gewöhnlich zu sitzen kommt, über dem kein Stauraum für Handgepäck ist, weil dort der Notfallkoffer hockt wie ein fetter Gnom, weshalb man die nicht vorhandene Beinfreiheit auch noch mit seinem Handgepäck teilen muß, vermutlich befindet sich der Platz auch noch in Riechweite der Toilette. Wer dem in Zukunft vorbeugen möchte und bereit ist, den schon fast schnittfesten Neid der Mitreisenden zu ertragen, kann sich auf Seatguru informieren, welche Sitze im Flieger den Flug zu einer erträglicheren Angelegenheit machen. Daher Thumbs up für diese schöne Idee zur Steigerung der Lebensqualität.
© nyuszika / www.sxc.hu/photo/627564Reise nach Jerusalem
Links zwo drei vier – the more you know
Diese Links sind der Stab, mit dem man getrost durchs Tal der Ahnungslosen wandern kann. Mundgerecht portionierte Wissenhäppchen, um auf jeder Cocktailparty einen smarten Kommentar aus dem Smokingärmel zu schütteln oder im Büro zum rechten Zeitpunkt mit einem einzigen Einwurf den Eindruck umfassender Allgemeinbildung zu erwecken.
© BloodyMary / www.pixelio.deMidomi Soundhound
Bevor man sich bis auf die Knochen bei einem Singsangwettbewerb wie DSDS oder Popstars blamiert und die eigenwillige und unfreiwillig komische Interpretation von Killing me softly für den Rest des Lebens in der Dauerlachschleife bei RTL über den Bildschirm flimmert, sollte man vielleicht zumindest mal getestet haben, ob der wohlmeinende Zuhörer den Song, den man vorträgt, überhaupt erkennt. Falls man seinen Freunden nicht traut, und das sollte man in dieser Hinsicht nicht, schließlich sind es höfliche Menschen, dann gibt es eine ganz wunderbare iPhone-App, die weit weniger schonend die eigenen Sängerqualitäten beurteilt: den Midomi Soundhound. Man trällert einfach dem Handy etwas vor und in der Regel erkennt der Midomi Soundhound das Lied und nennt Titel und Interpret. Falls nicht, sollte man sich von einer Karriere als Popstar verabschieden und vielleicht besser am Muezzin anheuern – oder doch in ein paar Gesangsstunden investieren. Eigentlich ist die App dazu gedacht, den lästigen Ohrwurm zu identifizieren, von dem man gerade drei Takte im Kopf hat und weder Text noch Titel kennt. Summen, Pfeifen oder Lallen genügt in der Regel und die App liefert ein Ergebnis. My lovely Mr. Singingclub!
© nazreth / www.sxc.hu/photo/991793Photoshop-Disasters: Suche den Fehler im Bild
Auf dieser Seite kann man sich anschauen, was passiert, wenn man nicht jede Nacht brav die Malstunde von Bob Ross anschaut: Meisterwerke des Photoshop von dilettantischen Pinselklecksern, die weder von Anatomie noch Perspektive auch nur den Hauch einer Ahnung haben. Dieser Blog ist ein Museum für Bilder in Zeitschriften und Werbebroschüren mit Menschen, die problemlos als Jahrmarktattraktion auftreten könnten. Frauen ohne Unterleib, mit drei Armen und Gliedmaßen, wo der liebe Gott sie sicher nur in volltrunkenem Zustand angebracht hätte. Na gut, bei Picasso ist schon auch gelegentlich mal was verrutscht – insofern stehen diese Künstler in guter Tradition. Öl auf das Feuer der Schadenfreude!
Datenschutz – Google-Dashboard
An dieser Stelle mal wieder ein Tipp zum Schutz der Privatsphäre: Jeder, der ein Google-Konto besitzt – und das ist immer der Fall, sobald man eine der zahlreichen fraglos sehr schicken Anwendungen von Google wie Picasa, Googlemail o.ä. nutzt, sollte mal einen Blick auf das sogenannte Dashboard seines Kontos werfen. Hier sammelt und speichert Google Informationen über den Besitzer des Kontos wie die Suchanfragen der letzten hundert Jahre, angesehene Videos, Bilder, Produkte und email-Adressen. Nützlich, wenn man dereinst seine Biographie schreiben möchte, gleichzeitig oft auch ein bißchen peinlich wie ein altes Tagebuch. In jedem Fall aber beunruhigend zu sehen, das Google sich alles merkt, was man selbst bereits erfolgreich verdrängt hatte….das Selbsthilfebuch für Raucher Teil 1-5, Abnehmen mit Elektroschocks, russische Frauen mit großen Herz….aus diesem Grund könnte es nicht schaden, die Daten des Dashboardes einfach mal zu löschen! Mehr dazu hier.
© Anna-Maria Moritz / www.pixelio.deLinks zwo drei vier – Zum Wegschmeißen
Unter dieser Rubrik haben wir ein kleine Herde unverzichtbarer, nützlicher oder einfach nur unterhaltsamer Links versammelt, die im Alltag Leben retten können, wenn man im Büro am Freitag Nachmittag gerade vor Langeweile einen langsamen Tod stirbt oder der Chef plötzlich ein Meeting mit englischsprachigen Gästen zum Thema Noppenwellenkonfiguration bei geflügelten Fräsmaschinen einberufen hat und man dringend noch ein paar eindrucksvolle Vokabeln, rettendes Halbwissen oder ein paar Smalltalkthemen nachschlagen muß. Links zum Antäuschen und rechts Überholen also! Über weitere Tipps von Euch freuen wir uns!
Zum Hören:
Funktioniert nur mit Kopfhörern und voller Laustärke!
Waschen, Legen, Föhnen – Falls es mit dem Friseurtermin nicht mehr geklappt hat, hier ein virtueller Haarschnitt.
Wachmacher - Montag Morgen? Noch nicht richtig wach? Dann hilft sicher dieser Koffeinkick von KFee.
Einige Highlights aus dem Bereich Banned Commercials:
Clips, die nicht am Türsteher vorbei in den Club des öffentlich- rechtlichen Fernsehens gekommen sind. Aber ihre Konkurrenzveranstaltung im Internet lief umso erfolgreicher – die Gründe für ihre Ächtung? Nun ja, Kinder, Tierschützer und Moralpostel sollten jetzt vielleicht den Saal verlassen….:
Clips, bei denen man vor Lachen hinterher einen Sixpack hat:
Fremdsprachenkenntnisse erwünscht
Apple meets George W. Bush: the iRack
Schwedischer Mittsommerromantik
The Voodoo that you do so well it´s a spell
Clips aus dem Bereich der kautschukverarbeitenden Industrie:
Zum Lesen:
Kult-Kolumne von Harald Martenstein für mindestens zehn unbeschwerte Freitagnachmittage im Büro
Skript aller Blackadder-Folgen falls man dringend ein paar rabenschwarze Zitate für verzweifelte Situationen braucht
Asterixlexikon wenn man seine humanistische Bildung auspacken aber keine peinlichen Cicero-Zitate skandieren möchte, mit denen man nur den Eindruck kreidestaubigen Snobismus erweckt
Ticks und Marotten der Anderen wenn man gerade aus dem Fenster beobachtet, wie der eigene Verstand per Anhalter in einem roten Ferrari davonbraust
Zum Spielen:
Yearbookyourself – wenn man mal sehen will, wie man selbst in den 50`ern oder 70`ern ausgesehen hätte
Du als Gaststar in Starwars – You will talk and Hollywood will listen!
Du als Southpark-Figur – sehr gut geeignet als Facebookprofil oder Bewerbungsfoto
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Abzocker Ante Portas
Jeder, der schon mal mit Schweißperlen auf der Stirn hektisch alle Taschen abgeklopft hat, um dann festzustellen, dass der Wohnungsschlüssel kichernd drinnen auf den Tisch liegt, sich den Bart krault und gerade das zweite Bier aufmacht, kennt das Problem: aus lauter Misstrauen hat man der neugierigen Else von nebenan keinen Zweitschlüssel gegeben, die Nummer mit der Scheckkarte endet meist für diese tödlich und über den Balkon klettern führt zu einem Polizeieinsatz, bei dem übermotivierte Beamte die Tür niedertreten, um den vermeintlichen Einbrecher in flagranti zu ertappen. Die Tür selber niedertreten kommt nicht in Frage, des empfindlichen Meniskus wegen. Also doch ein Schlüsseldienst. Und den Rest des Monats von Nudeln mit Ketchup leben. Denn der Schlüsseldienst nutzt die Not der Ausgesperrten und verlangt gerne einen Preis, als ob er nicht einfach die Tür geöffnet, sondern eine Tür aus purem Gold mit Türknauf aus Smaragden eingesetzt hätte. Den Leuten, deren berufliches Wirkungsfeld an Türen liegt, ist immer mit Vorsicht zu begegnen, denn sie wissen um ihre Macht über den, der um Einlass bittet. Schon von Petrus, dem Wächter der Himmelspforte, sind Gerüchte im Umlauf, dass er schon mal Leuten die Ohren abhaut, wenn sie nicht mit weißer Weste und Krawatte vor seinem Paradise Club auftauchen. Und der Türsteher des P1 dürfte sicher eine der meistgehassten Personen der Republik sein, weil er nur Leute einlässt wie Oli Kahn, die man besser nicht provoziert, weil sie einem sonst ein Ohr abbeißen. Auch der Mann vom Schlüsseldienst zieht sich unsern Zorn zu, wenn er mit einer lässigen Bewegung des Handgelenks und einer rostigen Haarnadel in zwei Sekunden die Tür öffnet und uns bedauernswerten Schusseln dann eine Rechnung über zweihundert Euro in die Hand drückt.
Klar, es gibt auch anständige Sonderlinge, genetische Mutationen in der Herde der schwarzen Schafe, die kurz nach Absetzen des verzweifelten Anrufs schon vor uns stehen und nach geschwinder Türöffnung einen angemessenen Preis verlangen. Diese verirrten Lämmer werden aber gerne von der raffgierigen Rotte der Abzocker ausgestoßen und sollen in der kahlen Steppe verhungern. Der Stand der Türöffner versteht es als ehrenrührig, einen fairen Preis zu verlangen, schließlich will auch die kurvenreiche Anfahrt durch die Stadt bezahlt sein, der Vorrat an Haarnadeln nicht zu vergessen, nicht zuletzt der Therapeut, wenn man anfängt seelisch unter dem Hass der Gelackmeierten zu leiden, der einem ständig nach getaner Arbeit entgegenschlägt.
Und um Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, greifen die Wucherer zu raffinierten und geistreichen Methoden, besonders in den Online-Verzeichnissen der Branchenbücher. Auf die hat man schließlich auch Zugriff, wenn man gerade vor der eigenen Wohnung steht. Das gedruckte Werk liegt für gewöhnlich eher in der Wohnung und stützt den wackligen Couchtisch. Also schnell der Griff zum Handy, rein in die App und flugs hat man bereits eine erkleckliche Auswahl an frommen Schlüsseldiensten gefunden. Merkwürdig allein die schier unüberschaubare Anzahl. Was in der Großstadt noch nicht so auffällt, spätestens aber in der Provinz eigenartig erscheinen muß, wenn die Zahl der Schlüsseldienste in der Stadt die Einwohnerzahl übersteigt. Außerdem scheint es sich bei den eingetragenen Firmen um einen reichlich inzestuösen Verein zu handeln, denn die Treffer der ersten fünf Seiten lauten alle gleich. Und vielleicht sollte man es als Warnung verstehen, dass diese Unternehmen sich gerne Namen zulegen wie „AAAAAAAAAAAAAAAAllgemeiner Schlüsseldienst“ – ein vorweggenommenes Echo des Wutschreis ihrer Kunden. Beliebt auch die Titulierung „0000000000 – 24 h Schlüsseldienst! Wo so viele Nullen stehen, sollte man an Kunde nicht überrascht sein, wenn auch die Rechnung mit entsprechenden Stellen nach Kopfzahl präsentiert wird. Schlüsseldienste sind fintenreich, wenn es darum geht, unliebsame Konkurrenten aus dem Feld zu drängen und registrieren sich bei der Telekom gerne mal mit Myriaden identischer Einträge und Namen, mit denen sie bei der meist angewandten alphanumerischen Sortierung immer auf der ersten Seite landen. Es ist eine undankbare Aschenputtelaufgabe, aus den ca. 10000 Einträgen pro Woche, die von der deutschen Telekom an alle Auskunftsdienstleister geliefert werden, die schlechten Linsen auszusortieren und eine Heraklesaufgabe zudem, denn immer, wenn man der Hydra der Schlüsseldienste einen Kopf abgeschlagen hat, wachsen zwei neue nach.
Darum hier ein paar Tipps, die man bei der Suche nach einem Schlüsseldienst beherzigen sollte:
• Den seriösen Schlüsseldienst erkennt man zunächst daran, dass er einen seriösen Firmennamen führt, in dem der Inhaber namentlich genannt wird
• Er besitzt eine örtliche Telefonnummer – keine Handynummer oder 0800/0180-Vorwahl (die wird nämlich gerne zu einer Zentrale weitergeleitet, die auch Lichtjahre entfernt sitzen kann). Im folgenden Telefonat sollte man unbedingt folgende Punkte vorab klären:
• Erfragen, was die Anfahrt kostet und wie lange man warten muß. Die Anfahrt zahlt man für gewöhnlich mit.
• Das Problem kurz beschreiben – ist die Tür nur zugefallen oder steckt der Schlüssel. Daraufhin nachfragen, was die Türöffnung in diesem Fall kostet – inklusive Neben-, Anfahrtskosten, Nacht-oder Feiertagszuschlag und Mehrwertsteuer. Dann einen Fixpreis vereinbaren.
• Rechnung verlangen mit aufgeschlüsselten Kostenpunkten. Nie bar zahlen! Bei überhöhter Rechung den Verbraucherschutz einschalten.
• Am besten: schon vorher informieren über Preise und einen guten Schlüsseldienst in der Nähe! Die findet man z.B. bei GoYellow – die löschen regelmäßig die Abzocker aus ihrem Portal -
Oder doch der neugierigen Else von nebenan den Schlüssel geben.
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