Wenn sich das Haupthaar langsam lichtet, versucht manch wackeres Mannsbild immer noch fintenreich, Stolz und Kopfputz zu retten. Mancher Herr läßt heimlich ein Toupet anfertigen, weil er mit Glatze nicht ganz so knallhart aussieht wie Bruce Willis oder Right Said Fred. Ein Toupet ist bekanntlich aber eher dazu angetan, den Träger der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn es in slapstickartiger Manier bei Gegenwind plötzlich ein ungeahntes Eigenleben entwickelt. Das bayrische Mannsbild hat hier einen würdevolleren Weg gewählt und setzt einfach einen Filzhut mit opulentem Gamsbart auf. So kann man mit mehr Frisur brillieren als eine ganze Hardrockkombo. Da bedauerlicherweise der Gamsbart nicht, wie der Name suggeriert, am Kinn des Geißbocks sprießt, von wo er einfach gepflückt werden kann, bedarf es fingerfertigen Künste des Bartbinders. Dieser Beruf ist allerdings wie auch der Alpensteinbock vom Aussterben bedroht. Die letzten ihrer Art können sich daher vor Anfragen kaum retten. Wer also seinen letzten Haaren bereits liebevoll Namen gibt, der sollte rechtzeitig Bedarf für einen buschigen Irokesen aus echtem Gamspelz anmelden.
© Ernst Rose / www.pixelio.deUngewöhnliche Berufe Teil 3: Gamsbartbinder, der
Ungewöhnliche Berufe Teil 2: Daubenhauer, der
Nicht zu verwechseln mit dem Haubentaucher und dem Daumenschrauber. Der Daubenhauer fertigt Fassdauben – das sind die gebogenen Bretter, aus denen der Böttcher schließlich z.B. Bier- und Weinfässer herstellt. Dieses alte Handwerk wird mittlerweile nur noch von wenigen beherrscht und gibt man den Begriff bei Google ein, steigt man in eine Zeitmaschine zurück in die Anfänge des Internetzeitalters: wird man sonst von Google mit einem Schwall von Informationen überschüttet, erhält man bei dieser Suche nur sehr sparsame Informationen und erinnert sich mit irritiertem und fast fassungslosem Geklicke durch die drei Ergebnisse daran, dass es eine beunruhigende Zeit gab, als die Suchmaschine noch nicht auf alle Fragen einen Antwort wußte. Weitere Berufe aus der Zeit der Gebrüder Grimm sind z.B. der Posamentierer, der Borten und Quasten für opulente Louis-quatorze-Vorhänge herstellt oder der Punzer (hier ist Google dann übrigens tatsächlich sprachlos), der mit metallenen Stempeln Ornamente in Leder stanzt. Viele dieser alten Handwerksberufe stehen vor dem Aussterben und man weiß nicht, ob man sich damit trösten soll, dass es dafür plötzlich so viele neue, tolle Berufe wie Diätassistentinnen oder Callcenteragenten gibt, bzw. der Hausmeister heute Facililty Manager und die Putzfrau neuerdings Raumkosmetikerin heißt….
© kklausi / www.pixelio.deFolge 2: Bug, der
Übersetzung: Wanze; Programmierfehler
Verwendung: Ein Bug ist nicht nur Anlaß, den Kammerjäger zu rufen oder das Hotel zu wechseln, sondern auch Grund, panisch nach dem Programmierer zu schreien. Nicht nur werden uns also die Kakerlaken überleben, sie werden sowohl im realen wie virtuellen Raum auch noch mithelfen, unser Grab zu schaufeln. Während uns die einen in unseren Betten um den Schlaf bringen, sorgen die anderen z.B. für den Absturz von Raumfähren (Ariane 5 1996), legen Flughäfen lahm (Denver 1994) und führen zu Börsencrashs (Wall Street 1987).
Eselsbrücke: Die Legende geht, dass zu der Zeit, als Computer und elektronische Geräte noch mit Kohlen befeuert und Telefone noch mit Kurbelwelle angeschmissen wurden, knisternde und knackende Leitungen tatsächlich damit erklärt wurden, dass kleine Käfer und Wanzen an den Kabeln knabbern würden.
© Tschi-Em / www.pixelio.de
Ungewöhnliche Berufe Teil 1: Pilzberater, der
In unsere Rubrik “Ungewöhnliche Berufe” dürfen wir in der heutigen Folge den Pilzberater vorstellen. Tückischerweise läßt dieser Titel völlig offen, ob es sich dabei um einen Sachverständigen handelt, der bei der Beseitigung von Schwarzschimmel hinterm Kleiderschrank behilflich ist oder einen Naturfreund, der Pilzsammler in den Wald begleitet und dann erklärt, welche Sorte sich für ein schmackhaftes Schmorgericht, einen psychedelischen Partyabend oder die elegante Entfernung des Ehegatten eignet. Beide Berufsfelder gibt es und die identische Bezeichnung führt mitunter zu Irritationen, wenn der Kunde den Geschmack von Grünschimmel an Semmelknödeln weniger apart findet oder der Berater dem Hausbesitzer verkündet, dass der Hausschwamm im Keller leider zu den ungenießbaren Sorten gehört und sich nicht zur Zubereitung eignet. Falls Sie Opfer einer solchen Verwechslung werden, wären wir um kurze Meldung dankbar, damit wir unsere Einträge entsprechend korrigieren können!
© Christine Braune / www.pixelio.deLexikon
Schöne neue Online- und Werbewelt! Wie exotisch sind die Gewächse, die hier sprießen. Jeden Tag werden neue Gattungen gezüchtet und müssen natürlich auch benannt werden. Hier beweisen die Entdecker und Entwickler von „Features“, „Gadgets“ und „Apps“ ebensoviel Phantasie, wie Tropenforscher bei der Benennung eigenartiger Käfersorten. Weil die Bedeutung dieser Namen sich nicht immer unbedingt aufdrängt, haben wir hier ein kleines Lexikon erstellt, für alle, die altklug mitreden wollen oder sich über die verschwurbelten Redensarten einfach amüsieren möchten.
© magicpen / www.pixelio.deFolge 1: Gadget, das
Übersetzung: Dingsbums; Gerät; technische Spielerei
Verwendung und Bedeutung: Gadget darf sich heute nennen, was noch dampfend aus den Tüftelwerkstätten der IT-Branche kommt und in eleganter Form steiles Design und brandheiße Idee verbindet. Paradebeispiel hierfür ist sicher der iPod.
Der Ü-Ei-Effekt ist Maßstab für die Bewertung eines neuen Geräts als Gadget. Ne Überraschung, was zum Spielen und was zum Vernaschen.
Eselsbrücke: Sicher erinnern sich einige von uns noch an den fabelhaften Inspektor Gadget – eine Zeichentrickfigur aus den frühen 80`ern. Dieser eher tollpatschige Ermittler verfügte über allerlei verrückte Gerätschaften, die er aus seinem Körper ausfahren konnte, so z.B. Sprungfedern an den Füssen und einen Propeller aus dem Kopf.
© Hannelore Dittmar-Ilgen / www.pixelio.de








