Von Weihnachten hören wir nur noch leises Hufgetrappel, an Silvester erinnert lediglich der überquellende Flaschencontainer vorm Haus. Das neue Jahr liegt wie eine frisch verschneite Wiese vor uns, in die wir jetzt unsere ersten Schritte setzen werden. Vielleicht etwas tiefere als sonst, aber wir wollen nicht indiskret sein, wozu gibt es dicke Pullis. Wenn sich jetzt doch ein leise schales Gefühl in unserem Mund ausbreitet und das definitiv nicht mehr der Nachgeschmack von Discounterchampagner ist, dann höchstens, weil wir inzwischen wissen, dass der Jahreswechsel immer wieder gewisse Ansprüche an uns stellt, die wir in der Regel nicht erfüllen werden. Wie das Grauen des Schriftstellers vor dem leeren Blatt Papier beschleicht uns auch das Gefühl, dass das neue Jahr doch irgendwie anders, ganz besonders werden soll. Dazu müssten wir etwas ändern. Bekanntlich hasst der Mensch Veränderungen. Das Andere muß schon ungewöhnlich reizvoll sein, dass wir aus dem Quark kommen und alte Gewohnheiten aus unsere Zotteln schütteln. Darum wollen wir euch nicht mit so großen Änderungen belästigen wie “werft euren Bürojob hin und wandert nach Tibet aus, wo ihr Bergziegen melken und überteuertes Salz an neureiche Yuppies in Deutschland verkaufen könnt”. Stattdessen schlagen wir euch mal den Besuch dieser adretten Seite vor: www.etsy.com. Für ein paar kleine, nicht allzu schwierige Veränderungen, die nicht an den Grundfesten eurer Persönlichkeit rütteln, sondern lediglich ein wenig die Fassade verschönern. Auf Etsy findet man Ungewöhnliches, Einzigartiges, Selbstgemachtes – vermutlich von Menschen, die nach erfolgreich Tibet ausgewandert sind und jetzt Bergziegenhaar zu Gold spinnen. Egal – schließlich verdienen wir mit unseren öden Bürojobs genug Geld, um uns diese hübschen Dinge einfach zu leisten….
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